Wirtschaft in Entwicklungsländern

zeitschrift-humanwirtschaft

Vetternwirtschaft noch immer ein Problem in Entwicklungsländern

In vielen Entwicklungsländern ist die Vetternwirtschaft ein großes Problem. Das heißt also, dass Posten in der Wirtschaft besetzt werden von Menschen, die in einer nahen Beziehung zu dem Inhaber des Postens stehen. Stellen Sie sich also einmal vor, dass Sie einen wichtigen Posten bekleiden. Da Sie aber schon etwas älter sind und auch nicht mehr länger als drei Jahre arbeiten wollen, entscheiden Sie sich den Posten an Ihren ältesten Sohn abzugeben.

Das ist Vetternwirtschaft

Dagegen spricht nichts, wenn Ihr Sohn die Kompetenzen hat und sowieso schon auf diese Arbeit hin vorbereitet wurde. Was ist aber, wenn Ihr Sohn das gar nicht möchte. Wenn er sich lieber selbstständig machen möchte und gar keine Lust hat Ihren Posten zu bekleiden?v Und nun stellen Sie sich vor, dass so etwas sehr häufig in Entwicklungsländern passiert. Dann können Sie sich in etwa vorstellen, was dieses Gemauschel für Konsequenzen hat für eine Firma. Leider ist dieses Szenario kein Szenario, was ab und zu vorkommt, sondern etwas, das immer noch sehr häufig passiert. Was kann man also dagegen unternehmen?

Zunächst einmal sollte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es nicht in Ordnung ist, aus BWL Sicht, dass ein Posten weitergegeben wird an eine Person, die im Prinzip davon keine Ahnung hat. Wie man das am besten macht kann nicht in diesem Text beantwortet werden. Dafür sollten sich die Situation genau ansehen und dann entscheiden. Mit anderen Worten: Es gibt keine Pauschallösung, die immer klappen kann.

Junge Menschen sollten von der offenen Stelle wissen

Darüber hinaus sollten junge Menschen so ausgebildet werden, dass Vetternwirtschaft erst gar nicht zum Problem werden kann. Demnach sollte man den Bedarf an Fachkräften analysieren und daraufhin deutlich machen, dass in dem und dem Bereich X Stellen neu zu besetzen sind und zwar innerhalb der nächsten X Jahre. Das würde ein Bewusstsein auf zwei Ebenen schärfen. Zunächst einmal würden junge Menschen wissen, dass sie in der nächsten Zeit da und da Arbeit finden könnten und außerdem würde deutlich werden, dass die Stelle nicht einfach so vergeben werden kann an jemanden aus der Familie.

Drittens sollte man realisieren, dass Vetternwirtschaft oft der falsche Weg ist, wenn man die Firma betrachtet. Es kann oft der richtige Weg sein, um sich seine eigenen Taschen vollzustopfen. Aber dieser Gedanke ist sehr kurzfristig. Besser wäre es, wenn man einen langfristigen Gedanken im Sinn hat und davon ausgeht, dass im Wohle der Firma die Person die Position besetzt, die auch am meisten Sachverstand davon hat. Ansonsten kann es mit der Firma nur bergab gehen. Des Weiteren ist es sicherlich auch im Sinn des Verwandten, wenn er eine Stelle bekleidet, die ihm wirklich Spaß und man ihn nicht dazu „verdonnert“ eine Arbeit zu erledigen, die er eigentlich gar nicht machen möchte.

Kommentare sind geschlossen.